Wählen Sie Handwerkerinnen und HandwerkerHWK Schwaben mit 10 Forderungen
Am kommenden Sonntag entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in Schwaben und in ganz Bayern bei den Kommunalwahlen über die Zusammensetzung von Gemeinderäten, Stadträten und Kreistagen. Für das Handwerk geht es dabei um konkrete Rahmenbedingungen vor Ort. Die HWK Schwaben richtet sich deshalb in zehn zentralen Punkten mit Forderungen an die Kommunalpolitik für die kommende Wahlperiode. HWK-Präsident Hans-Peter Rauch: „Politik auf kommunaler Ebene hat großen Einfluss auf unseren Wirtschaftsbereich, beispielsweise bei Entbürokratisierung, Digitalisierung, Genehmigungsverfahren oder bei Steuern, Abgaben und Gebühren.“
Rauch wünscht sich vor allem mehr Handwerkerinnen und Handwerker in den Parlamenten. Sie sorgten mit ihrer Erfahrung sowie mit Realismus und Pragmatismus für eine wirtschaftsfreundliche Politik. Rauchs Appell: „Gehen Sie wählen und wählen Sie Handwerkerinnen und Handwerker in die Parlamente, sie werden dort mit ihrem Sachverstand, beispielsweise in Sachen Infrastruktur und bei Bauprojekten, dringend gebraucht.“
10 zentrale Forderungen der HWK Schwaben an die Kommunalpolitik
- Bauleitplanung und Gewerbeflächen: Handwerksbetriebe sind auf ausreichend große, bezahlbare und verkehrlich gut angebundene Gewerbeflächen angewiesen. Kommunen sollten bei der Bauleitplanung gezielt Flächen für produzierendes und emissionsarmes Handwerk sichern, Nutzungskonflikte vermeiden und Erweiterungen bestehender Standorte erleichtern.
- Baugenehmigungsverfahren: Lange Genehmigungszeiten bremsen Investitionen und gefährden Aufträge. Die Handwerkskammer fordert zügige, transparente und digital unterstützte Verfahren mit klaren Fristen. Standardisierte Abläufe, feste Ansprechpersonen und eine bessere personelle Ausstattung der Bauämter schaffen Planungs- und Rechtssicherheit.
- Vergabe öffentlicher Aufträge: Kommunale Investitionen bieten großes Potenzial für regionale Betriebe. Ausschreibungen sollten mittelstandsfreundlich, losweise und mit praxisgerechten Eignungskriterien gestaltet werden. Unnötig komplexe Nachweise sind zu reduzieren, damit auch kleinere Handwerksunternehmen faire Chancen im Wettbewerb erhalten.
- Kommunale Steuern und Abgaben: Steigende Hebesätze und zusätzliche Gebühren belasten besonders kleine und mittlere Betriebe. Die Handwerkskammer plädiert für verlässliche, maßvolle Gewerbesteuerhebesätze und eine zurückhaltende Gebührenpolitik. Planungssicherheit ist entscheidend für Investitionen, Beschäftigung und Ausbildung.
- Verkehrs- und Baustellenmanagement: Unkoordinierte Baustellen und Straßensperrungen beeinträchtigen Erreichbarkeit und Lieferketten. Kommunen sollten Maßnahmen frühzeitig abstimmen, Umleitungen klar kommunizieren und Zufahrten zu Betrieben sicherstellen. Ein wirtschaftsfreundliches Verkehrsmanagement stärkt die regionale Wertschöpfung.
- Parkraumbewirtschaftung und Lieferzonen: Handwerksbetriebe sind auf kurze Wege zu ihren Kunden angewiesen. Es braucht ausreichend Ladezonen und flexible Parkmöglichkeiten für Servicefahrzeuge, insbesondere in Innenstädten. Sondergenehmigungen sollten unbürokratisch erteilt werden, damit Einsätze effizient und termingerecht erfolgen können.
- Digitalisierung der Verwaltung: Anträge, Meldungen und Genehmigungen sollten vollständig digital und medienbruchfrei möglich sein. Die Handwerkskammer fordert zentrale Online-Portale mit klaren Zuständigkeiten und transparentem Bearbeitungsstand. Das reduziert Bürokratie, spart Zeit und erhöht die Standortattraktivität.
- Energie- und Klimaschutzvorgaben: Kommunale Klimaschutzauflagen müssen praktikabel und technologieoffen gestaltet sein. Übergangsfristen und Förderangebote sind notwendig, um Betriebe nicht zu überfordern. Ziel muss es sein, Klimaschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Handwerks in Einklang zu bringen.
- Berufsschul- und Bildungsinfrastruktur: Eine moderne und wohnortnahe Berufsschullandschaft ist Grundlage für erfolgreiche Ausbildung. Kommunen sollten Schulstandorte sichern, Werkstätten zeitgemäß ausstatten und Wohnmöglichkeiten für Auszubildende unterstützen. So bleibt das Handwerk auch im ländlichen Raum attraktiv.
- Wirtschaftsförderung & Fachkräftesicherung: Kommunale Wirtschaftsförderung sollte das Handwerk als tragende Säule einbeziehen. Bezahlbarer Wohnraum, gute Kinderbetreuung und gezielte Integrationsangebote erhöhen die Attraktivität des Standorts. Eine enge Abstimmung mit der Handwerkskammer stärkt Betriebe und Beschäftigte gleichermaße