HWK Schwaben, Sascha Schneider

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben kommentiert die Streichung der Förderung von IntegrationskursenZu kurz gedacht

Im Februar ist das passiert, was die aktuelle Bundesregierung vor nicht allzu langer Zeit noch der alten Ampelregierung vorgeworfen hat. Wie beim abrupten Ende der Kaufprämie für E-Autos Ende 2023 hat das Bundesinnenministerium auch die Förderung von Integrationskursen von heute auf morgen quasi gestoppt. Unter anderem Menschen aus der Ukraine erhalten kein Geld mehr für diese Maßnahme. Nicht nur sie, sondern auch die Volkshochschulen als wichtige Anbieter dieser Kurse wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Wurde nicht das Ziel ausgerufen, dass Ukrainerinnen und Ukrainer schneller in qualifizierte Arbeit vermittelt werden sollen?
Das gelingt im Handwerk nur mit Deutsch zumindest auf B1-Niveau. Unsere Betriebe leisten sehr viel für die Integration von ausländischen Mitarbeitenden, aber sie können nicht alles stemmen.
Selbstverständlich sind die Kosten für die Integrationskurse hoch und natürlich muss der Staat sparen. Aber in diesem Fall ist das zu kurz gedacht. Denn: Bei einer erfolgreichen Integration in Arbeit kommt ein Vielfaches dieser Ausgaben zurück, schließlich spart der Staat sich auf der einen Seite Sozialleistungen und nimmt auf der anderen Seite Steuern und Sozialabgaben ein. 
Es lässt sich natürlich über den berechtigten Personenkreis diskutieren oder darüber, wie hoch die Kosten sein dürfen und ob diese nach Aufnahme einer Arbeit ganz oder teilweise, etwa in Raten, zurückgezahlt werden könnten. Aber von heute auf morgen die Förderung einzustellen und alle Beteiligten vor den Kopf zu stoßen, ist sicherlich nicht der richtige Weg.



„Der Staat spart sich auf der einen Seite Sozialleistungen und nimmt auf der anderen Seite Steuern und Abgaben ein.“

Sascha Schneider

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